Nationalpark Tunari – enorme Artenvielfalt

Im östlichen Anden-Hochgebirgsland Boliviens liegt der 3000 km² grosse Nationalpark Tunari. Gegründet wurde er im Jahre 1962, wobei die Grenzen im Norden vom Gebirgskamm der Region Tablas, im Osten von der Schlucht Arocagua, im Westen von der Schlucht Taquina und im Süden durch eine die Stadt begrenzende Umgehungsstraße festgelegt waren. 1991 hat man diese teilweise verschoben. Der Nationalpark Tunari wurde nämlich ursprünglich errichtet, um Probleme mit der Wasserversorgung der Stadt Cochabamba sowie deren Nachbargemeinden zu lösen. Während Trockenperioden trat regelmäßig eine Trinkwasserknappheit ein, in der Regenzeit rissen die Wassermassen Erde, Steine und Baumstämme ins Tal und stellten eine Gefahr für Häuser und Felder dar.

Der Nationalpark Tunari - spektakuläre Landschaft in großer Höhe

Nach wie vor sind weitere Maßnahmen notwendig, um vor allem durch Aufforstung und den Bau von Staudämmen künftige Naturkatastrophen zu verhindern.

Anreise zum Nationalpark Tunari

Das Departamento Cochabamba befindet sich im Zentrum Boliviens. Hier liegt der drittgrößte Flughafen des Landes, nach La Paz und Santa Cruz de la Sierra. Es gibt von Deutschland aus keine Direktflüge nach Cochabamba, jedoch haben Sie eine Auswahl an verschiedenen Flugverbindungen mit einem oder mehreren Stopps.

Um den Nationalpark Tunari zu besuchen, sollten Sie ein Zimmer in Cochabamba nehmen und von dort mit dem Taxi zum Park reisen. Beachten Sie aber, dass Sie einen Taxiservice anrufen und diesem erklären sollten, wohin Sie möchten. Viele der Taxis, die Sie einfach auf der Straße anhalten können, werden Sie nicht zum Nationalpark fahren – nicht, weil diese das nicht möchten, sondern weil die Route nicht mit jedem Auto machbar ist. Die Straße ist extrem steil! Die Fahrzeit dauert eine knappe halbe Stunde. Vergessen Sie nicht, einen Fahrservice für die Rückreise zu vereinbaren. Den Fahrpreis sollten Sie bereits bei der Buchung am Telefon vereinbaren und mit dem Fahrer nochmals abstimmen.

Cochabamba - der ideale Ausgangsort für einen Ausflug in den Tunari Nationalpark

Einige Hotels sowie Bolivia Cultura bieten organisierte Tagesausflüge in den Park an oder helfen Ihnen, diese privat zu organisieren.

Sehenswürdigkeiten im Nationalpark Tunari

  • Wenn Sie das Taxi mit Allradantrieb abgesetzt hat, befinden Sie sich in einer atemberaubenden Hochgebirgswelt. Der höchste Gipfel ist der 5.035 m hohe Cerro Tunari, auch Pico Tunari genannt. Wer diesen besteigen möchte, kann sich mit dem Fahrzeug bis auf eine Höhe von 4.600 m bringen lassen. Dann folgt auf einer eintägigen Tour, die Besteigung des Gipfels über die Nordwand. Die Anstrengung wird mit einem fantastischen Blick in die Bergwelt der Anden und über die Stadt Cochabamba belohnt.
  • Im zentralen Teil des Nationalparks liegt ein Wald, der eine der höchsten Artenvielfalten in ganz Südamerika aufzuweisen hat. In dieser Oase finden hier auch seltene, vom Aussterben bedrohte, Tiere einen artgerechten Lebensraum. Der Vogel Compsospiza garleppi lebt nirgendwo sonst auf der Welt, außer im Tunari.
  • Der Nationalpark ist ein Wander- und Trekkingparadies, sie können diesen selbstständig erwandern, oder an geführten Touren, zum Beispiel auf einer Öko-Route teilnehmen und dabei viel Wissenswertes über die Hintergründe des Nationalparks erfahren.
  • Vor allem aber wird jeder Ausflug in den Tunari Nationalpark mit herrlichen Aussichten belohnt.

Flora und Fauna im Nationalpark Tunari

Um der Erosion und Bodendegradation entgegenzuwirken, wurde im Sommer 2014 ein umfangreiches Aufforstungsprojekt gestartet. Da der Nationalpark von ca. 80.000 Menschen, die überwiegend von Landwirtschaft leben, bewohnt wird, unterstützt ein Agroprojekt die Bauernfamilien dabei, nachhaltige, ökologische Einnahmequellen zu schaffen, indem essbare Wälder aufgebaut werden. Zur typischen Pflanzenwelt des Parks gehören Kiefern, Kakteen, Datteln, Baumtomaten, Pfirsiche, Mamania, Tartago, Äpfel, Granatäpfel und weitere mehr.

Auch die Artenvielfalt der Fauna ist enorm. Einige Tiere sind so scheu, dass Sie diese wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen werden. Andere dagegen, wie Lamas oder Alpakas, sind zahlreich zu sehen. Im Tunari Nationalpark registrierte man 163 Vogelarten, mehr als 30 verschiedene Säugetiere und einige Amphibien und Reptilien. Besonders zahlreich ist die Vogelwelt vertreten. Rotflanken-Andenkolibri, Riesenspitzschnabel, Kondor und unzählige andere Vertreter der Vogelwelt leben in dieser Region.

Übernachten im Nationalpark Tunari oder in der Stadt?

Sie haben die Wahl: Möchten Sie lieber in der Stadt oder direkt im Park übernachten? Die vielleicht schönste Unterkunft ist das einem Chalet in den Alpen nachempfundene Berghotel Carolina, das sich inmitten eines 30 ha großen Eukalyptuswaldes befindet. Es ist der ideale Ausgangspunkt, um die Gebirgsketten der Anden auf faszinierenden Trekkingtouren und Wanderabenteuern zu erleben.

In Cochabamba finden Sie Unterkünfte für jeden Anspruch. Hier wohnen Sie in perfekter Lage, nämlich in der Nähe des Nationalparks. Die Stadt Cochabamba hat sehr gute Verkehrsanbindungen und ob Wellness-Hotel, günstige Herberge oder Boutique Hotel: Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft wird überall großgeschrieben. Für Backpacker und alle, die gerne unter dem Sternenzelt schlafen, gibt es offizielle Campingplätze.

Warum es sich lohnt, Cochabamba zu besichtigen

Auch wenn der Tunari Nationalpark die Haupt-Touristenattraktion in und um Cochabamba ist, lohnt es sich, auch ein paar Tage in der Stadt zu verbringen. Sie liegt auf 2.000 m in einem Tal zwischen den tropischen Tiefländern im Osten und dem Hochland im Norden. Die Region ist eine der wenigen in Westbolivien, in denen die Wirtschaft boomt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen Museen, Kirchen und Kathedralen und natürlich die Jesus Statue, die bis 2010 die größte der Welt war, bis Polen eine noch größere erstellte. Die Cristo de la Concordia in Cochabamba hat eine Höhe von 34,2 m und steht auf einem 6,2 m hohem Sockel. Sie ist begehbar.

Die ideale Reisezeit für den Nationalpark Tunari

Zwischen Mai und Oktober ist in Bolivien Winter. Dann herrscht Trockenzeit und die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel. Die touristische Hauptsaison ist im Juli und August. Viele Aktivitäten und Unterkünfte sind zu der Zeit ausgebucht. Möchten Sie trotzdem im südamerikanischem Winter reisen, sollten Sie unbedingt rechtzeitig planen und reservieren. Wesentlich ruhiger ist es in der Nebensaison, also im Mai und Juni sowie im September und Oktober. Dann werden Ihnen auf den Wanderwegen nur wenige Menschen begegnen.

Im Winter ist die Fernsicht im Hochland unbeschreiblich. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind enorm, während es nachts empfindlich kalt werden kann, klettert tagsüber das Thermometer bis auf 20 Grad.

Milder sind die Nächte während der Regenzeit zwischen Dezember und März. Ein guter Sonnenschutz ist aber auch dann notwendig, denn auch bei bewölktem Himmel ist die Sonneneinstrahlung massiv.

Gut zu wissen:

Die Stadt Cochabamba mit ihren heute rund 630.600 Einwohnern breitet sich immer weiter aus, sodass schon heute einige städtische Gebiete die Grenze des Parks überschreiten. Es gibt nur wenige Nationalparks, die sich so nahe bei einer großen Stadt befinden.

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